Was sind Peptide?
Peptide sind Moleküle aus mehreren Aminosäuren, die über Peptidbindungen miteinander verknüpft sind. Sie stehen damit zwischen den einzelnen Aminosäuren und den deutlich größeren Proteinen.
Aufbau
Jede Aminosäure besitzt eine Aminogruppe (–NH₂) und eine Carboxylgruppe (–COOH). Reagieren die Carboxylgruppe der einen und die Aminogruppe der nächsten Aminosäure miteinander, entsteht unter Abspaltung von Wasser eine Peptidbindung. Diese Reaktion wiederholt sich, und es entsteht eine Kette mit einer definierten Reihenfolge — der Sequenz.
Die Sequenz wird per Konvention vom N-Terminus (freie Aminogruppe) zum C-Terminus (freie Carboxylgruppe) angegeben. Sie bestimmt, welche räumliche Struktur das Molekül einnimmt und mit welchen Bindungspartnern es wechselwirken kann.
Abgrenzung nach Kettenlänge
Eine feste Grenze zwischen Peptid und Protein gibt es nicht; gebräuchlich ist folgende Einteilung:
| Bezeichnung | Aminosäuren |
|---|---|
| Dipeptid | 2 |
| Tripeptid | 3 |
| Oligopeptid | ca. 4–10 |
| Polypeptid | ab ca. 10 |
| Protein | ab ca. 50, meist mit definierter Faltung |
Der Übergang ist fließend. In der Literatur wird die Grenze zum Protein üblicherweise bei etwa 50 Aminosäuren gezogen, teils auch anhand der Frage, ob das Molekül eine stabile Tertiärstruktur ausbildet.
Bedeutung in der Forschung
Peptide sind in Modellsystemen gut handhabbar: Sie lassen sich chemisch synthetisieren, ihre Sequenz ist exakt definiert und Varianten sind gezielt herstellbar. Das macht sie zu verbreiteten Werkzeugen in der biochemischen Grundlagenforschung, etwa bei der Untersuchung von Rezeptorbindung, Enzymkinetik oder Zell-Zell-Kommunikation.
Für die Laborpraxis relevant sind vor allem Reinheit, Identität und Stabilität der Substanz — siehe dazu Reinheit und Analysezertifikat.
Dieser Text dient ausschließlich der wissenschaftlichen Information. Die im Shop angebotenen Substanzen sind ausschließlich für Forschungs-, Analyse- und Laborzwecke bestimmt und nicht für die Anwendung am Menschen oder am Tier.