Lagerung lyophilisierter Peptide
Lyophilisierte Peptide sind im Vergleich zu gelösten Substanzen deutlich stabiler, aber nicht unbegrenzt haltbar. Die wesentlichen Einflussgrößen sind Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und mechanische Belastung durch wiederholtes Auftauen.
Temperatur
Für die Lagerung des trockenen Lyophilisats werden üblicherweise −20 °C angegeben, für längere Zeiträume −80 °C. Kurze Transportzeiten bei Umgebungstemperatur sind für die meisten lyophilisierten Peptide unkritisch — genau deshalb wird in dieser Form geliefert.
Entscheidend ist weniger die absolute Temperatur als deren Konstanz. Ein Gefrierschrank mit häufigen Abtauzyklen ist ungünstiger als ein etwas wärmerer, aber stabil temperierter.
Feuchtigkeit
Lyophilisate sind hygroskopisch: Sie ziehen Wasser aus der Umgebungsluft. Kondenswasser ist der häufigste Grund für vorzeitigen Qualitätsverlust.
Deshalb gilt die Regel, ein Vial vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen zu lassen. Wird ein kaltes Gefäß in feuchter Raumluft geöffnet, schlägt sich Wasser auf dem Pulver nieder.
Licht und Sauerstoff
Peptide mit lichtempfindlichen Seitenketten — insbesondere solche mit Tryptophan, Tyrosin oder Methionin — sollten dunkel gelagert werden. Bernsteinfarbene Vials oder eine lichtdichte Umverpackung sind hier sinnvoll. Methionin und Cystein sind zudem oxidationsempfindlich.
Frost-Tau-Zyklen
Jeder Zyklus belastet die Substanz. Bei Material, das über längere Zeit in mehreren Versuchen verwendet wird, ist das Aliquotieren nach dem ersten Öffnen die übliche Vorgehensweise: einmal portionieren, danach jeweils nur ein Aliquot entnehmen.
Dokumentation
Für die Nachvollziehbarkeit im Laborjournal sind Eingangsdatum, Chargennummer, Lagerort und Datum des ersten Öffnens die Mindestangaben. Ohne sie lässt sich ein später auffälliges Analyseergebnis nicht mehr zuordnen.
Dieser Text dient ausschließlich der wissenschaftlichen Information. Die im Shop angebotenen Substanzen sind ausschließlich für Forschungs-, Analyse- und Laborzwecke bestimmt und nicht für die Anwendung am Menschen oder am Tier.